Alphonse – das erste Mal auf den Äußeren Inseln

We are Family

Das „Wir” wird auf Alphonse groß geschrieben. Das ist mir gleich bei der Ankunft aufgefallen. Bereits nach der Landung werden alle neuen Gäste mit Vornamen angesprochen. Egal, wo ich hinkam, die Mitarbeiter kannten meinen Namen und auch den aller anderen Gäste. Alle waren sehr freundlich und auch die Stimmung im Team war ausgesprochen harmonisch. Das ist bei Mitarbeitern aus so vielen Nationen gar nicht so einfach und bei vielen Unterkünften auf den Hauptinseln auch nicht der Fall. In diesem Resort sind es vor allem Seychellois, Engländer, Südafrikaner, Australier und Mauritianer, die dort arbeiten.

Ich bin alleine nach Alphonse gereist. Das kenne ich natürlich, denn nicht überall kann immer jemand mit. Bei meinem ersten Mittagessen wurde ich direkt von zwei englischen Pärchen an den Tisch eingeladen. Sie waren um die 65 Jahre alt, bereits in Rente und bereisen Alphonse jedes Jahr seit 16 Jahren.

Nach einer Stunde kannte ich die ganze Entstehung und Entwicklung des Resorts und wurde gleich in die Kunst des Fliegenfischens eingeweiht. Denn nach wie vor ist Alphonse eine der weltweit besten Destinationen für das Fliegenfischen, auch wenn das Resort derzeit versucht den Fokus umzulegen. Das Atoll hat nämlich ganz sicher noch andere Vorzüge.

It’s Paradise – die Natur auf Alphonse

Auch wenn ich das Wort „Paradies” nicht mehr hören kann und bei den Seychellen auch nicht mehr gerne in den Mund nehme: Alphonse ist ein Paradies. Schon als ich die Insel und das Atoll bei der Landung aus dem Flieger sah, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein Atoll habe ich vorher noch nie gesehen und der Blick aus der Vogelperspektive war bereits atemberaubend.

Gleich nach dem leckeren Mittagessen schnappte ich mir meinen Beachcruiser und erkundete die Insel. Mein erster Weg führte mich in den Dschungel. Das Inselinnere besteht aus unglaublich vielen Palmen, die ein Überbleibsel der früheren Kokosnussplantage sind und heute wild vor sich hin wuchern. Die Palmen sind zwar heimisch auf den Seychellen, allerdings nicht in diesem Ausmaß. Beeindruckend war es aber allemal.

Kokosnusspalmen, wohin das Auge reicht. 

Alphonse Seychellen, Alphonse Atoll

Die Küste von Alphonse besteht aus feinem, weißem Sandstrand. Die Strände sind einsam, unberührt und verleihen echtes Robinson-Crusoe-Feeling. Ich habe in der ganzen Zeit nicht einmal jemanden an den Stränden getroffen, abgesehen von ein paar Fliegenfischern, die am Riff ihr Glück versuchten. Oft kam ich mir vor, als wäre ich die einzige auf der Insel. Dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich schön.

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Alphonse Seychellen, Alphonse Atoll
Alphonse Seychellen, Outer Islands Seychellen, Äußere Inseln

Was ich auf Alphonse etwas vermisst habe, sind die vielen Vögel, die ich von den Hauptinseln und den vielen kleineren Inseln kenne. Alphonse liegt soweit entfernt, dass es dort weder endemische noch eingeführten Arten gibt. Sie können nicht so weit fliegen.

Die kleinen roten Madagaskarweber (in Kreol Sed), die gerne am Frühstückstisch sitzen, oder auch den Seychellennektarvogel (in Kreol Kolibri) suchte ich vergeblich. Es gibt ein paar Seevögel, wobei es wesentlich mehr auf Aride (Blogpost folgt in Kürze), Cousin und Bird gibt.

Auf Alphonse leben dafür hunderte Graureiher, die bei Ebbe im flachen Wasser in Ufernähe und sogar am Pool stehen. Diese Vögel hatte ich vorher noch nicht in dieser Anzahl und auch noch nie aus dieser Nähe gesehen. Ein echtes Highlight wartet täglich auch kurz nach Sonnenuntergang, wenn hunderte Fregattvögel vom Meer nach Alphonse fliegen, um dort in den Bäumen zu übernachten. Dieses Spektakel habe ich mir jeden Abend angesehen – einfach beeindruckend.

Ein Graureiher vor meinem Bungalow und natürlich leben auf Alphonse auch einige frei lebende Riesenschildkröten.

Alphonse Seychellen
Alphonse Seychellen, Outer Islands, Atoll
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Aktivitäten auf Alphonse

Was Alphonse in meinen Augen ausmacht, sind die vielen Aktivitäten. Jeden Tag gibt es zwei bis drei Aktivitäten, die im Preis inklusive sind, und zwei Tauchgänge. Im Aktivitäten-Center hängt ein großes Whiteboard an der Wand mit dem Plan für die ganze Woche. Sam, der Manager des Centers, hat mich freudig empfangen und mich gleich für alle Aktivitäten in den nächsten Tagen eingetragen.

Tag 1 | 14 Uhr: Schnorcheltour

Kurz nach meiner Ankunft nahm ich am Nachmittag an einer geführten Schnorcheltour mit einem Meeresbiologen teil. Wir fuhren mit dem Boot los und schnorchelten an verschiedenen Spots in der Lagune und im Kanal, der die Lagune mit dem Meer verbindet.

Als ich den ersten Blick unter die Wasseroberfläche wagte, wollte ich meinen Augen erst gar nicht trauen. So einen großen Fischreichtum hatte ich zuvor noch nie gesehen. Große Fischschwärme, bunte Rifffische, Meeresschildkröten, Haie, Rochen, Aale und Barrakudas sah ich innerhalb der ersten 20 Minuten.

Was mich aber noch mehr beeindruckt hat, sind die lebendigen Korallen. Rund um die Hauptinseln ist ein Großteil der Korallen abgestorben oder ausgeblichen. Bei Alphonse sieht das anders aus. Die Unterwasserwelt trotzt nur so vor Leben und die Korallen scheinen in einem weitestgehend gesundem Zustand zu sein.

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